CVJM Büschergrund Weltweit
Ghana Reisebericht 2026
Reisebericht Partnerschaftsreise Konongo/Ghana
Ende März ging es wieder einmal für neun Büschergrunder und insgesamt 38 CVJM-Westbundler für zwei Wochen in das westafrikanische Ghana. Die Reise startete als gesamte Westbund-Gruppe in Accra mit einer Sightseeing-Tour. Vorbei an dem Fußballstadion, der deutschen Botschaft, etlichen Banken und Versicherungen ging es zu unserem ersten Ziel, dem Platz der Unabhängigkeit. Vor über 60 Jahren wurde Ghana als erstes afrikanisches Land von seiner Kolonialmacht unabhängig.
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Zu Ehren des ersten Präsidenten, der die Unabhängigkeitsbewegung anführte, wurde in Accra ein Museum eröffnet, welches wir anschließend besuchten. Am folgenden Tag teilte sich unsere große Gruppe auf und jeder reiste zu seinem Ortsverein, für uns ging es also auf die 6-stündige Fahrt ins Landesinnere, nach Konongo. Einerseits sind Autofahrten immer spannend, um die Landschaft zu beobachten, andererseits möchte man auch nicht alles sehen! Manche Überhohlmanöver und Verkehrssituationen scheinen für den sicherheitsbedürftigen Deutschen doch häufig äußerst riskant.
In Konongo sicher angekommen wurden wir wie immer herzlich begrüßt und es war schön wieder so viele bekannte Gesichter zu sehen und so viele liebe Freunde zu umarmen.
Am nächsten Tag fingen direkt unsere Besuche und Termine an. So ging es zunächst zum Bürgermeister, der uns seine Pläne, aber auch die Herausforderungen für Konongo erklärte. Sein aktuelles Projekt ist das Feuerwehrauto, welches aktuell einen verrosteten Tank hat, sodass es das Löschwasser nicht mehr halten kann. Das durften wir uns später von den Feuerwehrleuten ausführlich zeigen lassen.
An Karfreitag nahm Clement uns mit in seinen Gottesdienst und wir durften an der katholischen Karfreitagsprozession teilnehmen. Da das meiste in der lokalen Sprache Twi war, konnten wir zwar nicht viel verstehen, aber Jesu Leidensweg konnten wir dennoch nachvollziehen.
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Karsamstag fand dann die 40-Jahrfeier statt, es gab einige Reden, es wurde getanzt und am Ende gab es für alle Mittagessen. Der Regionalreferent „Banana“ rekapitulierte in seiner Rede die letzten 40 Jahre und betonte die Besonderheit dieser Partner- und Freundschaft.
Seit einiger Zeit besucht eine junge Tanzgruppe unser YMCA Center und neben ihren Tanzproben, erfüllten sie das Center mit Lachen und Leben. Von ihrem Können durften wir uns bereits unter der Woche überzeugen, und bei der Feier konnten sie dann offiziell auftreten. Der Spaß und die Begeisterung, die sie dabei hatten, war einfach ansteckend!
Nach dem offiziellen Ende versuchten die Jugendlichen uns ein paar ihrer Tanzschritte beizubringen, natürlich konnten wir es bei weitem nicht so gut wie sie, aber Spaß hatten wir trotzdem.
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An diesem Tag wurde nicht nur in Konongo gefeiert – auch andere Vereine des CVJM-Westbundes nutzten den Besuch, um gemeinsam mit ihren ghanaischen Partnern 40 Jahre Partnerschaft zu begehen. Da Rechtenbach mit 18 Leuten beinahe die Hälfte unserer gesamten Gruppe ausmachte, hatten sie in Bawaleshi wohl die größte Feier an diesem Tag.
Genauso wie in Büschergrund üblich, starteten wir den Ostermorgen bereits mit dem Sonnenaufgang (also um 5:30 ;-)) und feierten für uns die Auferstehung Jesu. Später ging es dann in die evangelische Methodist Church. Auch hier verstanden wir sprachlich nicht immer alles, außerdem tat die Lautstärke noch ihr Übriges, um nicht alles verstehen zu können, aber auch hier konnten wir die Freude über Jesu Auferstehung dennoch wahrnehmen. Traditionell tragen ghanaische Christen als Zeichen der Reinheit an diesem Tag weiß. Die Woche nach Ostern war mindestens genauso ereignisreich, wie die erste!
Sie startete direkt mit einer Art Jungschar im Center: ca. 70 Kinder im Alter von 1 bis 12 Jahren füllten den YMCA und Dora hatte alle Hände voll zu tun für sie zu kochen, sie zu bespaßen und sich um ihre Probleme zu kümmern. Wir genossen es sehr sie an dem Tag zu unterstützen und waren einfach nur begeistert, wie das „j“ in CVJM auch in Konongo langsam wieder seine Berechtigung hat.
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Die weiteren Tage verbrachten wir mit Besuchen beim Häuptling Nana Konongohene, im neuen Krankenhaus der Stadt, sowie der Wesley Senior High (eine höhere Schule, die gerade dabei ist, eine Schulpartnerschaft mit dem Siegener Gymnasium Am Löhrtor aufzubauen). Außerdem unternahmen wir mit Dora und Banana einen Tagesausflug nach Kumasi, dort bestaunten wir wieder einmal die Vielfalt und das Gewusel, das afrikanische Märkte zu bieten haben: von Erdnussbutter und Gewürzen über Schmuck und Kleidung (traditionell und modern), bis hin zu rohen Kuhschädeln war alles dabei. Nebenbei diente der Markt auch als Kanzel zum Predigen (sowohl muslimisch als auch christlich), als Bank zum Geld abheben und tauschen, als Konzertsaal für laute Musik und dennoch einigen müden Marktfrauen als Schlafplatz. Den Nachmittag über verbrachten wir in zwei verschiedenen Universitäten Kumasis. Banana hielt in der christlichen Hochschule einen wichtigen Vortrag zu Cybersicherheit und in der staatlichen Uni durften wir uns einen Eindruck von der Agrarforschung dort machen.
Die Zeit in Konongo verging wie immer viel zu schnell, doch wir dürfen die gemeinsamen Abende als Gruppe im Center, die wir mit Spielen, Geschichten erzählen und (vor-)lesen verbrachten (irgendwie schaffte es ein Lurchi-Buch mit nach Afrika), die angenehme Abkühlung während der Tropenregen sowie die köstliche Verpflegung von Dora noch lange in unseren Herzen behalten. Bevor es wieder nach Accra ging, fuhren wir nach Nsawam um dort ein Orthopädisches Trainings-Center (OTC) zu besuchen und das Heim „Precious Feet“ (wertvolle Füße). Louisa, die Heimleiterin musste selber die ganze Bandbreite der Ausgrenzung als körperlich Behinderte in der Ghanaischen Gesellschaft erfahren, war in ihrem Leben dadurch oft von Umständen abhängig, die ihr ein selbstbestimmtes Leben fast unmöglich machten. Doch mit Gottes Hilfe steht sie heute als über 60-jährige Frau mit 24 Kindern und Jugendlichen als stolze Heimmutter da. Jedes Kind hat durch seine Einschränkung andere Möglichkeiten und kann dadurch die anderen Kinder unterstützen. Fremde Hilfe von außen nutzen sie kaum, denn das ist das Ziel: ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Frau und ihre Arbeit haben unsere volle Begeisterung und wir ziehen alle unseren Hut vor ihr!
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Der Besuch bei ihr und später auch im OTC war ein wundervoller Abschiedsbesuch in Ghana und ließ uns mit dem guten Gefühl von Aktionismus, Gestaltungswillen und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung nach Accra zurückfahren. Bevor wir am Abend darauf wieder das Flugzeug gen Norden bestiegen, genossen wir noch einmal die Vielfalt, das bunte Leben und die Natur Ghanas, als wir am Markt, im Botanischen Garten der TU Accra und dem Strand noch ein paar letzte Stunden verbrachten. Auf WIEDERsehen Ghana!
Hannah Münker
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