Weltdienst

- über den Tellerrand schauen

Wir möchten Verantwortung übernehmen für das was in unserem Partnerverein Konongo benötigt wird
und wir möchten voneinander lernen und Gemeinschaft über große Entfernung hinweg erfahren.

Ghana 2008

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Reisebericht 2011 von Burkhard Münker:

„Wir sind hier, um zu feiern!“ – Zwischen Trommel und Facebook – 25 Jahre CVJM-Partnerschaft mit Ghana

Mit einem gemeinsamen Festzug durch die Innenstadt von Konongo in Ghana feierten kürzlich der dortige YMCA und der CVJM Büschergrund das 25-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Fünf Teilnehmer aus dem Siegerland erlebten wieder 2 eindrucksvolle Wochen in Westafrika. Gegenseitige Besuche bilden das A und O der Zusammenarbeit.

„Wer von euch ist jünger als 25?“ fragt Bernhard Bertelmann in die Mitglieder-Runde des versammelten YMCA Konongo (Young Men’s Christian Association). Prompt gehen etliche dunkelfarbige Hände der jüngeren Generation in die Höhe. „Unsere Partnerschaft wurde schon besiegelt, bevor ihr geboren wurdet!“ verdeutlicht der Leiter der 5-köpfigen Gruppe des Büschergrunder CVJM, was es bedeutet, ein Vierteljahrhundert lang eine solche Beziehung auf Vereinsebene zu pflegen. Obwohl eine Vernetzung zwischen den internationalen CVJMs auf höherer Ebene schon länger bestand, reifte Mitte der 80er Jahre die Erkenntnis, dass eine erfolgreiche Partnerschaft nur gelingen kann, wenn sie persönlich von Ort zu Ort und letztlich von Mensch zu Mensch praktiziert wird. Auf Initiative des damaligen CVJM-Weltdienstsekretärs Fritz Pawelzik wurden interessierte deutsche und ghanaische CVJM-Ortsvereine zusammengebracht. Seit Oktober 1986 ist Büschergrund nun auf diese Weise fest mit dem YMCA Konongo in der Ashanti-Region verbunden, einer Kleinstadt gut 200 km nordwestlich der Hauptstadt Accra mit heute ca. 35000 Einwohnern.

Ein Ausdruck dieser Verbundenheit waren von Anfang an individuelle persönliche Briefpartnerschaften zwischen den beiden Gruppen, was heute durch elektronische Netzwerke vor allem für die Jugendlichen deutlich vereinfacht wird. Den weitaus wichtigeren Erfolgsfaktor für das lange aktive Bestehen der Partnerschaft sowie die daraus hervorgegangenen Projekte sehen die Teilnehmer aber in den regelmäßigen gegenseitigen Besuchen. „Was man vor Ort im direkten Kontakt mit den Menschen und ihrem persönlichen Umfeld erlebt, ist mit Worten nicht auszudrücken, selbst wenn man sich die Finger wundschreibt!“ sagt Hermann Irle, Senior der Gruppe und ergänzt „das gilt in beide Richtungen.“ Etwa alle 2 Jahre fliegt daher abwechselnd eine Delegation von Büschergrund nach Ghana oder eine Gruppe aus Konongo besucht das Siegerland. Die Kosten dieses Austauschprogramms finanzieren die deutschen Reisenden privat bzw. werden vom hiesigen Partnerverein übernommen.

So ist die Ashanti-Stadt in dem aufstrebenden Land in Westafrika, das eine relativ stabile Demokratie besitzt, für etliche Büschergrunder im wahrsten Sinne zur zweiten Heimat geworden. Die Feier des 25-jährigen Jubiläums bot somit eine ideale Gelegenheit für die 2 Frauen und 3 Männer, die alten und viele neue Freunde in Konongo wiederzusehen, von denen die weißen „Obrunis“ herzlich begrüßt wurden. Eine bunte Feier mit langem Festzug einschließlich „Marching Band“ durch die ganze Innenstadt, mit langen Trommelwirbeln und traditionellen Tanzvorführungen war für alle ein Höhepunkt der zweiwöchigen Reise. „Wir sind hier, um zu feiern!“ war diesmal die Standard-Antwort auf die traditionelle Eröffnungsfrage nach dem Grund des Besuchs bei den Treffen vor Ort mit Vertretern der Stadt, von Kirchen und Krankenhäusern, der Radio-Station oder dem örtlichen Häuptling. Letzterer war vor Jahren selbst einmal zu Besuch in Büschergrund.

„Diese Kontaktpflege vor Ort ist immer ein fester und wichtiger Programmpunkt, wenn wir in Konongo sind.“, erläutert Bernhard Bertelmann. Schließlich ist mit der Unterstützung aus dem Siegerland über die Jahre auf einem vom damaligen Häuptling gestifteten Grundstück auch ein stattliches YMCA-Center errichtet worden, in dem eine Kindertagesstätte mit heute 180 Kindern sowie zwei Vorschulklassen betrieben wird. Die Mahlzeiten, die Gehälter der 6 Erzieherinnen und die Allgemeinkosten werden aus den Erlösen des Day-Care-Centers finanziert. Auch eine große Veranstaltungshalle und einige Hostel-Zimmer sind Teil des Centers.

Gespräche über administrative Dinge und mögliche Erweiterungspläne bildeten daher einen weiteren Schwerpunkt der Büschergrunder Aktivitäten während der Zeit in Konongo, ebenso wie die das Thema Generationenwechsel. „Das war uns diesmal besonders wichtig: die YMCA-Aktiven der ersten Stunde zu ermutigen, Verantwortung allmählich in jüngere Hände abzugeben“, schließt Bernhard Bertelmann und meint, „… denn dieser Schritt fällt einem durch Großfamilie geprägten Ghanaer mindestens genauso schwer wie manchem Deutschen.“  In einem sich schnell entwickelnden Land ist demnach die Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung der Zukunft da, die nächste Generation hebt ihre Hände.

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